drogen

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Amylnitrite

Gefäßerweiterndes und das Herz stimulierendes Amylnitrat, das auch Poppers genannt wird, weil es in gläsernen Ampullen angeboten wird, die "popp" machen, wenn man sie zerdrückt, um das Nitrat zu inhalieren. Bervorzugte Droge der Stones auf ihrer Tournee 1972.

Angel Dust

Angel Dust, auch unter den Namen PCP oder Supergrass bekannt, ist sowohl eine Halluzinogen als auch ein Anphetamin; der Rausch kann 48 Stunden lang anhalten. Ursprünglich ein Schmerzmittel, dient es heute als Beruhigungsmittel für Schlachtvieh. Es sei denn, James Brown befriedigt damit seine Sehnsucht nach Horrorerfahrungen.

Barbiturate

Barbiturate gelten als die tödlichsten stimmungsveränderden Drogen, vor allem in Kombination mit Alkohol. Die Schlafmittel wirken einschläfernd und betäubend, verkürzen die REM-Tiefschlafphasen und machen süchtig. Andy Warhols Star Edie Sedgwick starb mit 28 an einer Überdosis, Al Wilson von Canned Heat, Jimi Hendrix und Brian Jones folgten ihr in den Tod.

Crack

Für Shaun Ryder von den Happy Mondays ist Crack "die schlimmste, dreckigste Droge der Welt". Die Technik der Crack-Zubereitung stammt angeblich aus Südamerika. Indem man Kokain-Base mit Bachpulver und Wasser aufkochte, konnte man die Reinheit der Ware testen. Es dauerte jedoch nicht lange, bis abgepacktes Crack in den Ghettos der USA verkauft wurde und die Konsumenten in den Ruin stüzte, weil schon der einmalige Konsum süchtig macht.

Äther

Äther ist seit dem 14.Jahrhundert bei uns bekannt, als der Mönch Basilius Valentinus die klare, farblose, leicht bewegliche und charakteristisch riechende Flüssigkeit aus Alkohol und Schwefel destillierte. Um 1830 waren Äther-Partys in den USA der letzte Schrei, in Irland wurde er zur Zeit der Prohibition sogar öffentlich in den Kneipen verkauft. Stark verdünnt dient Äther als Narkosemittel, weil er das Organ des Bewusstseins, die Hirnrinde, betäubt und so die Schmerzempfindung ausschaltet und die Muskelreflexe hemmt. Hohe Dosierungen lähmen das Atemzentrum und sind tödlich.

Äther verdampft bei 35 Grad. Der Dampf wir mit Hilfe eines Taschentuchs oder einer Tüte inhaliert. Die Wirkung gleicht der von Alkohol, der betäubende Effekt tritt bei Äther aber schneller ein. Ein Kater mit Übelkeit und Erbrechen ist die nahezu zwangsläufige Folge. Durch das Inhalieren werden Nasen- und die Rachenschleimhaut chronisch gereizt. Wer ihn trinkt, muss mit Gastritis, Appetitlosigkeit und Magenschmerzen rechnen.

Fliegenpilze

Der Fliegenpilz ist nur tödlich, wenn er in der größeren Mengen verzehrt wird. In Wasser oder Milch eingelegt, kann er sowohl gegessen als auch getrunken werden. Die halluzinogene Wirkung beschreibt Viktor Pelewin in seinem Roman "Generation P", eine Satire auf das postsowjetische Absurdistan.

GHB/GBH

Suchterzeugende After-Party-Droge gegen Ruhelosigkeit nach Kokain- oder Ecstasy-Konsum, die auch Liqiud X oder Liqiud Ecstasy genannt wird. Gamma-Hydroxy-Butrat wurde 1960 von Henri Laborit als Betäubungsmittel entwickelt, wegen seiner Nebenwirkungen - Übelkeit, Schwindelgefühle, Schluckbeschwerden und Amnesie - aber wieder vom Markt genommen. Die wasserklare, salzig schmeckende Flüssigkeit diente als Anti-Depressivum, Wachmacher und Mittel bei Alkohol- und Opiumentzug, später auch als Anabolikum. Pipetten zu 10-20 Dollar sorgen, mit Soda gemischt, für schneller High, weil im Gehirn Dopamine freigesetzt werden, die den Körper entspannen. Mitunter wird GHB aber auch in Kapseln angeboten oder geschnupft - was die Schleimhäute zerstört. Die Wirkung setzt nach ca. 15 Minuten ein und hält ungefähr 3 Stunden lang an. Eine kleine bzw. mittlere Dosis (0,75 - 1,5g) sorgt für Euphorie, Entspannung und Enthemmungen, stimuliert die Sexualität und wirkt potenzfördernd, trübt aber nicht das Bewusstsein wie Alkohol, sondern intensiviert die Warnehmung. Eine hohe Dosis (1 - 2,5g) macht den User schläfrig, schränkt die Motorik ein und zieht hypnotische sowie narkotische Symptome nach sich. Der durch Dopamin-Anreicherung hervorgerufene Flash kann zur Selbstverstümmelung, zu Konzentrations- und Sprachproblemen, Atemnot, Schüttelkrämpfen, Kopfschmerzen, einem verlangsamten Herzschlag und Bewusstlosigkeit führen. Da es privat hergestellt wird, ist die Konzentration nicht überprüfbar, was wiederum die Dosierung zum lebensgefährlichen Risiko macht. Auf Grund seiner narkotisierenden Wirkung ist es vor allem in Kombination mit Alkohol sehr gefährlich.

Hexendrogen

Andere Bezeichnung für Nachtschattengewächse (Bilsenkraut, Engelstrompete, Stechapfel, Tollkirsche usw.) die Herz und Kreislauf extrem belasten. "Der Dauergebrauch von hoch dosierten Hexendrogen", so die Erste-Hilfe-Fibel "Too much", "führt zu geistiger Zerrütung und Verblödung".

Ketamine

Ketamine wurden 1962 von Calvin Stevens bei der Suche nach einem Ersatz für Angel Dust (siehe oben) synthetisiert und 4 Jahre später als Betäubungsmittel für Menschen und Tiere patentiert. Musik, Geräusche und Lichtwechsel werden vom Menschen unter Ketamin-Einfluss intensiver wahrgenommen. Da eine Überdosis zu Unterkühlung, Herz-Kreislauf-Störungen, Gehirnschäden und den Aussetzten der Atmung führt, sind Ketamine seit 1969 nur noch auf Rezept erhältlich. 1998 tauchte das Narkosemittel, das eigentlich nur noch bei Tieroperationen angewandt wird, verstärkt in Kreisen amerikanischer Drogenkonsumenten auf.

Lachgas

In Ballons gefülltes Lachgas war im 19.Jahrhundert ein beliebter Party-Spaß in England. Inhaliert benebelt es und sorgt 1 bis 4 Minuten lang für ausgelassene Stimmung. Dann kribbelt's am Körper, die Ohren fangen an zu sausen, und das Gefühlsleben ist nicht mehr steuerbar. Psychische Störungen, soziale Probleme und Todesfälle sind die mögliche Folge.

Lösungsmittel

Lösungsmittel gelten nicht gerade als cool in der Szene. In dem Haushalt ohnehin vorhanden, ist es kinderleicht an sie ranzukommen. Und dann werden sie auch noch von Leuten geschnüffelt, die auf der sozialen Leiter ganz unten stehen, die Ramones hören ("Now I wanna sniff some glue") und sich nur noch danach sehnen, bewusstlos zu sein und keine Schmerzen mehr zu empfinden.

Geschnüffelt wird so ziemlich alles was es an Lösungsmitteln, Gasen, Narkotika und Nitraten gibt - Benzin, Chloroform und Helium, Nagellack, Haarspray und Deodrants, Putzmittel ebenso wie Schuhpolitur. Fast alle sind giftig, krebserregend, schädigen die Leber, führen zu Atemlähmung oder -stillstand, Nervenentzündungen, Gehirnschäden, Herz-Kreislauf-Versagen, Erregungs-, Angst- oder Panikreaktionen. Seit Lösungsmittel mit Methyl-Ethyl-Keton vergällt werden, treten außerdem schwere toxische Polyneuropathien verstärkt auf.

Magic Mushrooms

Magic Mushrooms wachsen auf Kuhmist und wurden bereits in der Steinzeit knsumiert. Eminem probierte sie ebenso wie die Allman Brothers, die den Pilz zu ihrem Band-Logo erkoren, oder der Regisseur Oliver Stone, der 1994 in Arizona nicht nur nach Drehorten für sein Film "Natural Born Killers" suchte, sondern sich mit Hilfe von Mushrooms auch darauf vorbereitete.

Meskalin

1897 extrahierte Arthur Heffter erstmals Meskalin aus Peyote (siehe unten), später experimentierten die Nazis damit im KZ Dachau. Der Schauspieler Dennis Hopper flitzte im Meskalinrausch nackt und lallend durch die Prärie. Besser erging es da schon Oliver Stone (siehe oben), der sich, bevor er seinen Doors-Film drehte, gemeinsam mit Indianern auf einen Meskalin-Trip begab.

Morphium

Wichtigster Bestandteil des Opiums ist Morphium, das seinen Namen von Morpheus, dem griechischen Gott des Schlafes, erhielt und von Friedrich Wilhelm Sertürner zu Beginn des 19.Jahrhunderts entdeckt wurde. Das Alkaloid wird seit 1827 von der Firma Merck für medizinische Zwecke produziert und wirkt beruhigend, einschläfernd und euphorisierend. Es lindert effektiv Schmerzen. Der menschliche Körper gewöhnt sich sehr schnell an das Gift, starke Suchtsymptome wie nachlassende Konzentration, Gedächtnisstörungen und psychotische Zustände sind die Folge. Morphium kann gespritzt, geraucht und gegessen werden.

Peyote

Die in Mexico lebende Wichol-Indianer hielten den dornenlosen Kaktus, der seine Alkaloide in der Trockenzeit bildet und sie in der Regenzeit wieder abwirft, für einen Gott oder Boten, der gesandt wurde, um mit ihnen zu kommunirieren. Von Katholiken fälschlicherweise mit Kannibalismus und blutigen Aztekenritualen in Verbindung gebracht, wurde er nach 1880 Teil des Ghost Dance der Navajo-Indianer. Ein fingernagelgroßer Klecks genügt - und schon fühlt man sich, so Ian Brown von den Stone Roses, 9 Stunden lang "sicher, beschützt und von Gott geliebt". Im Gegensatz zu LSD, das ähnliche Halluzinationen hervorruft, schmeckt Peyote so bitter, dass einem davon übel wird und man einen Kater hat, bevor man den Rausch spürt. Schädliche Folgen sind aber nicht bekannt, eine Suchtgefahr besteht nicht. Über ihre Erfahrungen mit der bei uns so gut wie gar nicht erhältliche Droge haben Antonin Artaud und Aldous Huxley brichtet. Aber auch den Lesern von "Perry Rhodan"-Heftchen ist Peyote nicht gänzlich unbekannt. In Heft 2082 kostet eine junge Frau den Kakteensaft, woraufhin sich ihr Bewusstsein spaltet: "Die eine Hälfte war berauscht, die andere noch halbwegs klar".

Rohypnol

Die Wirkung des geschmack- und geruchslosen Medikaments hält 72 Stunden lang an. Nur der Körper funktioniert dann noch, nicht aber das Bewusstsein. Es sind mehrere Fälle dokumentiert, in denen Frauen heimlich Rohypnol in den Drink gerührt wurde. Als vermeintlich Betrunkene wurden sie von Männern abgeschleppt und sexuell missbraucht. Wegen des Rohypnols konnten sich die vergewaltigten Frauen bisweilen erst nach 7 Jahren wieder dran erinnern.

Speedball

Cocktails aus Heroin und Speed, der erstmals im Korea-Krieg von US-Soldaten gemixt wurde. Ähnlich gefährlich wie ein "Belushi" (Heroin und Kokain), ein "Eightball" (Heroin und Crack) oder "P-Funk" (Crack und Angel Dust).

Tranquilizer

Beruhigungsmittel, die überdosiert rauschähnliche Zustände mit gefährlichen psychopathologischen Folgen hervorrufen können und den Steuerungsmechanismus der Atmung beeinträchtigen. All Right Now? Paul Kossoff von The Free starb, nachdem er Valium, Tuinal, Librium, Mandax und andere "Glückspillen" geschluckt hatte.

Vicodin

Courtney Love fühlte sich "wie in einem Kokon aus Glück", wenn sie das Schlaf-, Beruhigungs-, Aufputsch- und Schmerzmittel Vicodin genommen hatte - eine Vorliebe übrigens, die sie mit James Brown und Eminem teilt. Das Medikament gibt es in den USA gratis auf Rezept oder rezeptfrei in Mexico, wo 50 Pillen 100 Dollar kosten.

Yaba (Shabu)

Yaba, auch als Thai-Pille bekannt, ist kaum von Ecstasy zu unterscheiden, seine Wirkung ist aber zwanzigmal stärker und hält viermal so lange an. Es kann sowohl geraucht als auch geschluckt werden und hält tagelang wach. Um danach wieder normal schlafen zu können, braucht man starke Beruhigungsmittel. Die Droge macht nicht nur abhängig, sondern auch agressiv. Häufig sind Wahnvorstellungen, Psychosen, Panikattacken, Krämpfe, Nieren- und Lungenschäden sowie Herzstillstand die Folge.

Die bekanntesten Drogen

 

Haschisch...

Noch mehrere Wochen nach dem letzten Joint können Gedächtnisstörungen festgestellt werden

Cannabis ist eine der ältesten Drogen der Menschheit; tritt als Haschisch (Shit) und als Marihuana (Gras) auf. Weltweit kiffen rund 144 Millionen Menschen regelmäßig, darunter 3,5 Millionen Deutsche. 32,2% der 18- bis 34-jährigen Wessis und 24,5% der Ossis haben schon mal am Joint gezogen, die Tendenz ist steigend.

Cannabis stimmt friedlich, wirkt euphorisierend und entspannt, erweitert das Bewusstsein und fördert die Libido. Je nach Qualität und Dosierung kann es aber auch zu Orientierungslosigkeit, Lethargie, Übelkeit, Konzentrationsschwäche, Geschwätzigkeit, Gleichgültigkeit, Lachanfällen und einer Gier nach Süßem kommen. Bruce Lee ist angeblich gestorben, weil er zu viel Haschisch aß, ansonsten sind jedoch keine Todesfälle bekannt, die auf den Konsum von Cannabis zurückzuführen sind - es sei denn in Verbindung mit Alkohol und anderen Drogen. Dass Cannabis abhängig macht, konnte bislang nicht nachgewiesen werden, die Nachfrage nach Entzugstherapien ist in den vergangenen Jahren aber stetig gestiegen.

Einer Untersuchung der Stadt ROTTERDAM zufolge kiffen vor allem Familienväter, Schüler und Hausfrauen. Shakespeare ließ sich davon aber ebenso inspirieren wie Charles Baudelaire, Alexandre Dumas oder Victor Hugo, Louis Armstrong, Bob Dylan oder Paul McCartney, Bob Marley, Tricky oder Xavier Naidoo, Robert Mitchum, Jennifer Capriati oder Mike Tyson. Sogar US-Präsident John F. Kennedy soll einst einen durchgezogen haben - im Weißen Haus.

George Michael rauchte bei den Aufnahmen zu "Older" bis zu 25 Joints täglich, das "Sergeant Pepper"-Album der Beatles entstand weitgehend im Hasch-Rausch, und Bob Dylan forderte einst kategorisch: "Everybody must get stoned". Er wurde erhört.

Mit dem Film "Reefer Madness" wollte eine katholische Gemeinde aus Los Angeles 1936 auf die Gefahren des Hasch-Rauchens hinweisen. Dummerweise war der Regisseur aber so stoned, dass dieser Anti-Drogen-Streifen zum Kultfilm von Kiffern avancierte.

Der Wirkstoff THC beeinträchtigt Gehirn und Gedächtnis und macht psychisch abhängig. Langfristiger Konsum führt zu allgemeinem Desinteresse, verminderter Belastbarkeit und Lethargie, zu körperlichem und geistigem Verfall. Häufiger erster Kontakt mit illegalen Drogen.

Opium...

Schon nach wenigen Malen führt Opium zu psychischer und zu physischer Abhängugkeit - in immer kürzeren Abständen werden immer höhere Dosen gebraucht

Die Sumerer, Ägypter, Griechen und Römer benutzen Opium, das betäubend auf das Zentralnervensystem wirkt, als Sedativum und Schlafmittel. Der größte Arzt des Mittelalters, Paracelsus, löste Opium in Alkohol und nannte seine Wunderarznei Arkanum. Und Thomas Sydenham, dessen Laudanum-Tinktur 150 Jahre lang Marktführer blieb, lobte: "Unter den Heilmitteln, die der allmächtige Gott dem Menschen zur Linderung seiner Leiden gegeben hat, (ist) keines so wirksam wie das Opium."

Das Opiumrauchen wird seit etwa 300 Jahren vor allem in Indien, Taiwan und China praktiziert. Versetzt mit Alkohol, avancierte Opium im 19.Jahrhundert in England und Frankreich zum Arme-Leute-Getränk, weil es das billigste Rauschmittel war. Auch im amerikanischen Bürgerkrieg spielte Opium eine Rolle: Fast 5% der Bevölkerung waren anschließend süchtig, 10 Mal so viele, wie es heute heroinsüchtige Amerikaner gibt. Gewonnen wird Opium aus den Wirkstoffen des Schlafmohns. Durch chemische Konzentration gewinnt man Morphinbase und Heroin aus der "Pflanze der Freuden", wie der Mohn wegen seiner einschläfernden und euphorisierenden Wirkung von den Sumerern genannt wurde, die schon vor 5000 Jahren Mohnplantagen kultiviert hatten. Funde in der Fledermaushöhle Albanol bei Granada und in Schweizer Pfahlbauten belegen aber, dass der Mohn auch in Westeuropa bereits 4000 Jahren bekannt ist. So mancher Kiffer hat es bereits geraucht, ohne es zu ahnen - 90% des dunklen Haschisch (Schwarzer Afghane usw.) sind mit Opium durchsetzt.

Thin Lizzy begaben sich auf den "Opium Trail". Madness besangen "The Opium Eaters". Und die Toten Hosen nannten eines ihrer Albensogar "Opium fürs Volk". Allerdings dachten sie dabei weniger an die Pflanze der Freuden als an den ollen Karl Marx.

In  Sergio Leones Monumental-Drama "Es war einmal in Amerika" kommt Robert De Niro auf der Flucht vor der Mafia erst in einer Opiumhöhle zur Ruhe. In "Shanghai Surprise" gerät Madonna in die Wirren des britisch-chinesischen Opiumkrieges.

Opium hat das stärkste Sucht erzeugende Potenzial. Dabei lässt die euphorisierende Wirkung bald nach, stattdessen kommt es zu Bewusstseinstrübungen. Außerdem drohen heftige Entzugserscheinungen wie Schwitzen, Zittern, Erbrechen, Fieber und Schlaflosigkeit.

Speed...

Bei regelmäßigen Gebrauch werden die Konsumenten gewaltätig und unberechenbar

Bereits 1887 von dem deutschen Chemiker L. Edeleano synthetisiert, kam Speed 1932 als Benzedrin-Naseninhalator gegen Erkältung, Heuschschnupfen, Asthma und die Schlafkrankheit Narkolepsie auf den Markt. Im zweiten Weltkrieg wurde es dann an Soldaten ausgegeben, weil es wach hält und das Selbstvertrauen steigert. Elvis bekämpfte mit dem Appetithemmer sein Übergewicht. Und die Beatles schluckten Preludin, als sie im Hamburger Star Club stundenlang auftreten mussten.

Weltweit gibt es 29 Millionen regelmäßige Konsumenten, 3% der deutschen Jugendlichen haben es schon mal probiert.

Speed wird als Pille geschluckt, geschnupft oder auch gespritzt. Da es nicht physisch, sonder psychisch abhängig macht, fühlt man sich schnell gereizt und reagiert nervös. Lässt die Wirkung nach, folgt Erschöpfung, Depressionen und Angstzustände.

Ob Rock 'n' Roll, Beat, Heavy Metal oder Punkt - wenn auf der Bühne die Post abging, war meistens Speed im Spiel.

In Franc Roddams "Quadrophenia" gehören Pillen zur Ausrüstung der Mods wie der Parka, die Vespa und The Who.

Herzrhythmusstörungen und Herzkreislauffehler mit tödlichem Ausgang. Synthetische Droge; die Reinheit ist fraglich, die Dauer des Rausches unkontrollierbar.

Kokain...

90 % aller Kokainerfahrenen sagen, man sollte es auf keinen Fall nehmen

Kokain wurde 1855 erstmals aus den Blättern des Kokastrauches isoliert. Es hält wach, enthemmt, lässt Hunger, Müdigkeit und Ängste verschwinden, weshalb es von Christoph Daum, Sherlock Holmes, Sigmund Freud oder Diego Maradona konsumiert wurde. In der Regel wird es durch eine zusammengerollte Banknote geschnupft, es kann aber auch geraucht oder aufs Zahnfleisch gerieben werden. Bei dauerhaften Konsum werden vor allem die Schleimhäute und Nasenscheidewände zerstört. Abhängige werden ruhelos, aggressiv, gereizt, psychotisch und paranoid. Eine Überdosis kann zum Gehirnschlag oder Herztod führen. Die betäubenden Eigenschaften dämpfen bei hoher Dosiereung das Nervensystem, bis das Herz für einzelne Schläge aussetzt. Diese sogenannte Casey-Jones-Reaktion wurde nach der gleichnamigen tuckernden Lokomotive aus einem Grateful-Dead-Song benannt. Bereits einmaliger Konsum der pro Dosis 40 bis 100 € teuren Droge verändert das Gehirn, weil das Dopaminsystem aus dem Gleichgewicht gerät. Die Fähigkeit, Verbindungen zwischen den Nervenzellen aufzubauen, die Grundlage für das Lernen und das Gedächtnis, wird vom Kokain-Konsum vereinnahmt. Das psychische Abhängigkeitspotenzial ist dementsprechend sehr hoch. Zum Tod führt Kokain häufig in Verbindung mit anderen Drogen. 4 % der 18- bis 34jährigen Wessis und 5 % der gleichaltrigen Ossis haben es schon mal probiert, Tendenz sinkend. Weltweit schnupfen es 14 Millionen Menschen.

Der Opernkomponist Richard Strauss schrieb seine Arien im Kokainrausch. Grethe Weiser sang: "Mutter, der man mit dem Koks ist da". Und David Bowie ("Station to Station"), Dillinger ("Cocaine") und Patti Smith ("Horses") mochten ohne Schnee nicht ins Studio gehen.

In Brian DePalmas "Scarface" spielte Al Pacino 1983 einen Koks-Dealer, der selbst nicht von dem Stoff lassen konnte. Und in "Pulp Fiction" musste John Travolta die Geliebte seines Mafiabosses wiederbeleben, nachdem sie Koks mit Heroin verwechselt hatte.

Dauernde hohe Dosierungenführen zu Deprissionen, Verfolgungswahn, Halluzinationen. Bei Überdosierung ist die Gefahr einer tödlichen Atemlähmung und Herzschwäche. Durch das Schnupfen kann die Nasenscheidewand angegriffen werden. Sehr große Rückfallgefahr.

LSD...

Von einem Horrortrip kommt man frühestens nach 12 Stunden herunter - wenn überhaupt...

Lysergsäurediethylamid wird im Labor künstlich hergestellt und in Flüssigkeit gelöst auf Trägersubstanzen wie Tabletten oder ähnlichem geschluckt. Für die einen ein "Trip" in eine farbenprächtige Phantasiewelt, für die anderen ein Alptraum ohne Ende. Für Harvard-Professor Timothy Leary war LSD das mächtigste Aphrodisiakum, für Nina Hagen "eine himmlische Droge". Die Wirkung eines Trips kann bis zu 120 Minuten andauern. Fungiert das Gehirn bei der Alltagswahrnehmung als Filter, der nur notwendige Informationen passieren lässt, so bewirkt LSD eine Ekstase mystischer Offenbarungen - oder eben Horrorvisionen. Wiesen sind lila, Wände werden organisch und atmen. Eine tödliche Dosis ist nicht bekannt, dafür besteht die Gefahr einer genetischen Schädigung. Lediglich 2,4 % der 18- bis 34-jährigen Deutschen hat schon einmal LSD probiert.

Donovan und Pink Floyd wurden von LSD inspiriert, und auch die Musicals "Hair" und "Tommy" handeln von einem Trip.

Ken Kesey finanzierte von den Einnahmen seins Kultfilmes "Einer flog über das Kuckucksnest" seine legendären Acid-Test.

Schlecht steuerbare Wirkung. Flashbacks können schnell und ohne Vorwarnung bis zu einem Jahr nach Konsum auftreten. Massive Persönlichkeitsveränderung.

Koffein...

Selbst scheinbar harmloser Kaffee hat gefährliches Potenzial: 10 Gramm Koffein können tödlich sein

Der seit dem 6.Jahrhundert aus den Beeren des Kaffeestrauchs hergestellte Kaffee ist das weltweit beliebteste stimulierende Getränk. Von Abessinien aus gelangte er über den Jemen, Mekka und Konstantinopel - wo man Kaffeetrinker zunächst die Zunge herausriss oder die Übeltäter in Säcken einnähte und ins Meer warf - nach Europa.

Seit der industriellen Revolution gilt Kaffee als "Symbol des Fortschritts", das die Menschen arbeitsfähiger macht und wach hält. Mehr als 4 Tassen täglich können aber zu rheumatischen Gelenkentzündungen, Schlafstörungen, Nervosität, Herzschmerzen und unregelmäßigen Pulsschlag führen. Vor allem die Schlafstörungen geben Anlass zu Sorge, weil sie oft mit Schlafmitteln bekämpft werden und so einen Medikamentenmissbrauch nach sich ziehen. Honoré de Balzac griff sogar zum Opium (siehe oben), um seinen horrenden Kaffeekonsum auszugleichen. Damit konnte er wenigstens wieder schlafen...

Koffeine kommen nicht nur im Kaffee, sondern zum Beispiel auch in Red Bull, Afri-, Pepsi- und Coca-Cola, Eistee und Medikamenten vor, sodass man physisch und psychisch auch von Softdrinks koffeinabhängig werden kann. Entzugserscheinungen sind Kopfschmerzen und Lethargie. Kinder erleben zudem oft vereinzelte Stimmungstiefs, die die Leistung beeinflussen. Eine Vergiftung durch einen normalen Konsum (2 bis 3 Tassen täglich) ist bislang nicht dokumentiert. Mehr als 10 Gramm Koffein sind allerdings tödlich, wie der Fall des 20-jährigen Jason Allen zeigt, der 1998 an Überdosis Kaffeepillen starb.

Der bekannteste "Coffee Song" stammt von Frank Sinatra. DAs renommierte New Yorker World-Music-Label Putumayo hat aber 2 exquisite CD-Sampler zusammengestellt, die ein Kaffeekränzchen ebenso gut untermalen: Music From Coffee Lands Vol. I & II".

John Wayne trank ihn immer aus einem Blechbeccher am Lagerfeuer, Inspektor Columbo, wenn er einen Mordfall lösen musste. Der Titel des Road Movies "Kaffee, Milch und Zucker" bezog sich aber nicht auf einen Caffè latte, sondern auf die Hautfarbe der Schauspielerinnen.

Übermässiger Genuß (wie zum Beispiel der Schriftsteller Honoré de Balzac mit 50 000 Tassen in 30 Jahren) führt zu Gereiztheit, Schlafstörungen Herzrasen, Magenproblemen, Kopfschmerzen, Durchfall und Angstzustände. Außerdem steigt der Cholesterinspiegel im Blut.


 Ecstasy...

Dauerkonsum führt zu Störungen im Kurzzeitgedächtnis: 60 % haben Probleme, ihren Alltag zu bewältigen

Diese synthetische, Anphetamin ähnliche Droge ist auch als MDMA, Smiley, Roadrunner oder Kermit bekannt. Zu Beginn des 20.Jahrhunderts von Merck synthetisiert, dient sie zunächst als Appetitzügler. Im Gegensatz zu LSD verursacht Ecstasy keine halluzinogen (Angst-) Visionen. Stattdessen wirkt es auf die Neurotransmitter unseres Gehirns ein, die ein allgemeines Wohlgefühl ermitteln. Die Empfindung eines anderen Menschen werden wie eigene erfahren. So verwandelt sich Boy George nach dem Konsum von Ecstasy in eine "vom Tastsinn geleitete Verführerin" und wollte die ganze Welt streicheln. Und der Chorleiter Gotthilf Fischer, dem man in Berlin auf der Love Parade 2000 heimlich eine Ecstasy-Pille untergejubelt hatte, war danach gleich eine ganze Woche lang "drauf".

Dauerhafter Konsum schädigt allerdings das Gedächtnis, führt zu Appetitlosigkeit, Depressionen und Impotenz und zerstört gerade jene Gehirnzellen, die für die gute Laune verantwortlich sind, das sogenannte Glückszentrum. Außerdem steigert Ecstasy die Körpertemperatur, weshalb bei ununterbrochenem Tanzen die Gefahr der Überhitzung besteht. Bei jungen Frauen ist die Todesgefahr wegen des Östrogengehalts besonders groß.

Obwohl Ecstasy nicht körperlich abhängig machen soll, kann es psychologisch durchaus zur Abhängigkeit führen. Der Konsum dieser "Droge des 21.Jahrhunderts" (UNO) ist jedoch zumindest in Deutschland leicht rückläufig. Hatten 1997 noch 5 % aller jugendlichen schon mal Ecstasy geschluckt, waren es 3 Jahre später nur noch 4 von 100.

Musik

Die erste britische Ecstasy-Platte war "Non Stop Erotic Cabaret" von Soft Cell. Bands wie die Happy Mondays, Primal Scream oder die Chemical Brothers ließen sich musikalisch ebenso von den Smileys inspirieren wie so mancher Trance & Techno-Produzent.

Kino

In "Human Traffic" wollen 4 Freunde aus Cardiff mit Hilfe von Ecstasy dem drögen Alltag und der Langeweile der walisischen Hafenstadt entfliehen. Der britische Low-Budget-Film lief bei uns nie im Koni, kann aber in gut sortierten Videotheken ausgeliehen werden.

Risiken

Verursacht irreparable Gehirnschäden. Ecstasy hat ähnliche gesundheitliche Auswirkungen wie Koks und Anphetamin: starke Stimmungsschwankungen, Schlaflosigkeit. Schwere psychische Störungen (Halluzinationen, Personenverkennung, Wahn).

Liste einiger Ectasy-Pillen

                                                                                                                                                                                                 

 



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